Ein neuer Bund?

Aus der christlichen „Welt“ ist immer wieder zu hören, dass diese durch den Glauben an Jesus einen neuen Bund mit dem Schöpfer eingegangen sind, der im Tenach prophezeit wurde. Um diese Sichtweise biblisch zu begründen, bezieht man sich auf die folgenden Verse.

Hebräer 8,7-10: „Nun aber hat er einen um so erhabeneren Dienst erlangt, als er auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde. Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, so wäre nicht Raum für einen zweiten gesucht worden. Denn er tadelt doch, indem er zu ihnen spricht: »Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern gemacht habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Land Ägypten zu führen denn sie sind nicht in meinem Bund geblieben, und ich ließ sie gehen, spricht der Herr sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben; und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“

Vers 13: „Indem er sagt: »einen neuen«, hat er den ersten Bund für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.“

In der christlichen Bibel bezieht sich der Autor auf eine Stelle in der jüdischen Bibel (Jeremia 31,31-33), um diese christliche Theologie zu begründen.

Somit wollen wir das Thema aus dem Tenach heraus betrachten, um aufzuzeigen, worum es sich wirklich in diesem Bund handelt und mit wem dieser Bund geschlossen wurde/wird.

Das Wort brit (בְּרִית) bedeutet Bündnis oder sich zu verpflichten, etwas zu versprechen. Das Stammwort ist bara (בָּרָה), was heutzutage mit etwas schaffen oder etwas formen widergegeben wird. Doch konkret bedeutet das Wort bara etwas füllen oder mästen. Ein Beispiel für letzteres finden wir in 1.Samuel 2,29:  „Warum tretet ihr denn meine Schlachtopfer und Speisopfer, die ich für meine Wohnung angeordnet hat, mit Füßen? Und du ehrst deine Söhne mehr als mich, so daß ihr euch mästet von den Erstlingen aller Speisopfer meines Volkes Israel!“  1.Mose 41,4: „Und die hässlichen und mageren fraßen die sieben schönen, fetten Kühe. Da erwachte der Pharao.“

Der Ausspruch einen Bund machen, lautet im Hebräischen karat brit. Das Wort karat bedeutet schneiden. In biblischen Zeiten wurde bei einem Bund ein „fettes“ (gemästetes) Tier geschlachtet und in Stücke zerlegt. Die „Parteien“ des Bündnisses sind dann durch die Stücke gegangen, um zu symbolisieren, dass beim Bruch des Abkommens, dem Schuldigen dasselbe passieren soll, was dem Tier geschehen ist.

1. Mose 15,10: „Und er brachte ihm dies alles und zerteilte es in der Mitte und legte je einen Teil dem andern gegenüber; aber die Vögel zerteilte er nicht.“                                     Verse 17-18:Als nun die Sonne untergegangen und es finster geworden war, siehe, da war ein rauchender Ofen, und eine Feuerflamme fuhr zwischen den Stücken hin. An dem Tage schloss Jahweh einen Bund mit Abram.“

Jeremia 34,18-19: „Und ich will die Leute, die meinen Bund übertreten und die Worte des Bundes nicht halten, den sie vor mir geschlossen haben, so zurichten wie das Kalb, das sie in zwei Stücke geteilt haben und zwischen dessen Stücken sie hindurchgegangen sind, nämlich die Oberen von Juda und von Jerusalem, die Kämmerer, die Priester und das ganze Volk des Landes, alle, die zwischen den Stücken des Kalbes hindurchgegangen sind.“

Im Tenach liest man von vielen verschiedenen Bündnissen zwischen Menschen, Völkern und Jehowah. Doch hauptsächlich wird im Tenach von dem Bund zwischen Jehowah und den Kindern Israels (den Samen Avrahams, Jitzchaqs und Ja’aqovs) gesprochen. In dem Abschnitt von Jirimijahu geht es um den Bund, den Jehowah mit den Kindern Israels am Berg Horeb schloss.

2. Mose 2,24-25: „Und der MÄCHTIGE erhörte ihr Wehklagen, und der MÄCHTIGE gedachte an seinen Bund mit Abraham, Isaak und Jakob.Und der Mächtige sah auf die Kinder Israels, und nahm sich ihrer an.“

2. Mose 19,4-8: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir, ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst. Und Mose kam und rief die Ältesten des Volkes zu sich und legte ihnen alle diese Worte vor, die Jehowah ihm geboten hatte. Da antwortete das ganze Volk miteinander und sprach: Alles, was Jehowah gesagt hat, das wollen wir tun! Und Mose überbrachte Jehowah die Antwort des Volkes.“

Der Bund besteht inhaltlich daraus, dass Jehowah von den Israeliten ihren Gehorsam erwarten, und sie Ihn allein als mächtige Autorität (Elohim) akzeptieren. Dafür werden sie Seine Segnungen wie Schutz, Reichtum und eine besondere Position in der Welt erlangen. Der Bund verpflichtet aber auch.

1. Mose 17,7-11: „Und ich will meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und deinem Samen nach dir von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dein MÄCHTIGER zu sein und der deines Samens nach dir. Und ich will dir und deinem Samen nach dir das Land zum ewigen Besitz geben, in dem du ein Fremdling bist, nämlich das ganze Land Kanaan, und ich will ihr MÄCHTIGER sein. Und der MÄCHTIGE sprach weiter zu Abraham: So bewahre du nun meinen Bund, du und dein Same nach dir, von Geschlecht zu Geschlecht! Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt, zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden. Und ihr sollt am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden.     Das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch.“

Verse 13-14: So soll mein Bund an eurem Fleisch sein, ein ewiger Bund. Und ein unbeschnittener Mann, einer, der sich nicht beschneiden läßt am Fleisch seiner Vorhaut, dessen Seele soll ausgerottet werden aus seinem Volk, weil er meinen Bund gebrochen hat!“

 Psalm 105, 8-11: „Er gedenkt auf ewig an seinen Bund, an das Wort, das er ergehen ließ auf tausend Geschlechter hin; an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an seinen Eid, den er Isaak geschworen hat. Er stellte ihn auf für Jakob als Satzung, für Israel als ewigen Bund, als er sprach: »Dir gebe ich das Land Kanaan als das Los eures Erbteils.“

Somit sehen wir, dass der Bund zwischen Jehowah und dem Volk Israel geschlossen wurde, und dieser Bund für immer bestehen wird.

Doch wieso ist dann die Rede von einem neuen Bund in Jeremia, wenn der Bund am Horeb doch ewig gillt? Schauen wir uns mal den Abschnit in Jeremia im Kontext an.

1.

Der Kontext in den Kapiteln 29, 30 und 31 von Jeremia bezieht sich auf das Volk Israel, das in der babylonischen Gefangenschaft lebte.

Jeremia 29,1: „Und dies sind die Worte des Briefes, den der Prophet Jeremia von Jerusalem an den Überrest der Ältesten der Weggeführten sandte, sowie an die Priester und Propheten und an das ganze Volk, das Nebukadnezar von Jerusalem nach Babel weggeführt hatte.“

Vers 10: „Fürwahr, so spricht Jehowah: Wenn die 70 Jahre für Babel gänzlich erfüllt sind, werde ich mich euer annehmen und mein gutes Wort, euch an diesen Ort zurückzubringen, an euch erfüllen.“

Jeremia 30, 1-3: Dies ist das Wort, das von Jehowah an Jeremia erging: So spricht Jehowah, der MÄCHTIGE Israels: Schreibe dir alle Worte, die ich zu dir geredet habe, in ein Buch! Denn siehe, es kommen Tage, spricht Jehowah, da ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda wenden werde, spricht Jehowah; und ich werde sie wieder in das Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe, und sie sollen es in Besitz nehmen.“

Verse 15-19:Was schreist du über deinen Schaden und deinen unheilbaren Schmerz? Weil deine Schuld so groß ist und deine Sünden so zahlreich sind, habe ich dir dies zugefügt! Darum sollen alle, die dich fressen, gefressen werden, und man wird alle deine Feinde gefangen wegführen; alle, die dich plündern, sollen geplündert werden, und alle, die dich berauben, werde ich dem Raub preisgeben. Denn ich will dir Genesung bringen und dich von deinen Wunden heilen, spricht Jehowah, weil sie dich eine »Verstoßene« nennen [und sagen]: »Das ist Zion, nach der niemand fragt! «So spricht Jehowah: Siehe, ich werde das Geschick der Zelte Jakobs wenden und mich über seine Wohnungen erbarmen, und die Stadt soll auf ihrem Hügel wieder erbaut und der Palast wie üblich bewohnt werden; und Loblieder und Freudengesänge sollen von ihnen ausgehen; und ich werde sie mehren und nicht mindern, ich werde sie herrlich machen, und sie sollen nicht unbedeutend sein.“

Wir sehen also, dass das Volk Israel den Bund mit Jehowah gebrochen hat und deshalb zur Gefangenschaft verdammt wurde. Außerdem sehen wir, dass Jehowah sich über sie erbarmen wird und sie wieder in die Freiheit senden wird!

Und so beginnt auch Kapitel 31 dementsprechend.

Jeremia 31,1-4: „Zu jener Zeit, spricht Jehowah, werde ich der MÄCHTIGE aller Geschlechter Israels sein, und sie werden mein Volk sein. So spricht Jehowah: Ein Volk, das dem Schwert entflohen ist, hat Gnade gefunden in der Wüste. Ich will gehen, um Israel zur Ruhe zu bringen! Von Ferne her ist mir Jehowah erschienen: Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Gnade. Ich will dich wieder aufbauen, ja, du wirst aufgebaut dastehen, du Jungfrau Israel; du sollst dich wieder mit deinen Handpauken schmücken und ausziehen in fröhlichem Reigen.“
Verse 31-35: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Jehowah, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Jehuda einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Mizraim herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht Jehowah. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht Jehowah:

Ich will meine Torah in ihr Innerstes hineinlegen und sie auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihre Mächtige Authorität sein, und sie sollen mein Volk sein;

und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Jehowah!« Denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen, spricht Jehowah; denn ich werde ihre Missetat vergeben und an ihre Sünde nicht mehr gedenken!“

2.
Das hebräische Wort, das mit „neuer Bund“ übersetzt wurde, heißt „brit chadascha“.
Das Wort chadascha kommt von dem Stammwort chadasch und bedeutet erneuert, wiederhergestellt und in dem Sinne auch neu.
Das Wort chadscha in anderen Bibelstellen
Psalm 51,10: „Erschaffe mir, Mächtiger, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!“

Psalm 103,5: „Der mit Gutem sättigt dein Leben. Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.“

Klagelieder 5,21: „Bringe uns, Jehowah, zu dir zurück, dass wir wieder heimkommen; erneuere unsre Tage wie vor alters!“

Jesaja 61,4:Und sie werden die uralten Trümmer aufbauen und wieder aufrichten, was vor Zeiten zerstört worden ist; sie werden die verwüsteten Städte erneuern, die von Geschlecht zu Geschlecht in Trümmern lagen.“

Wir sehen ja auch in der ganzen jüdischen Bibel, dass der Bund den Jehowah mit dem Volk Israel am Horeb machte, in dem er dem Volk die Torah gab, sehr oft von dem Volk gebrochen wurde, indem sie Dinge taten, die gegen den Willen Jehowahs waren (siehe zuletzt Jeremia 30,15-19).

Somit macht es natürlich auch Sinn, wenn Jehowah seinen Bund mit dem Volk Israels erneuern oder wiederherstellen wird. Denn Ausprüche wie „Ich will meine Torah in ihr Innerstes hineinlegen und sie auf ihre Herzen schreiben“ und „es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Jehowah!« Denn sie werden mich alle kennen“ bedeuten, dass das Volk umkehren wird und den Willen Jehowahs mit Freuden anerkennen und leben wird.

3.

Der Abschnitt zeigt klar und deutlich, dass diese Erneuerung zwischen dem Volk Israel und Jehowah geschehen ist/wird.

Jeremia 31,13: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Jehowah, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Jehuda einen neuen Bund schließen werde.“

Vers 33: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht Jehowah..“

Genauer betrachtet handelt der Abschnitt nicht von Jesus als „Bundesmittler“ eines „neuen Bundes. In Jeremia geht es um den einen Bund der am Horeb geschlossen wurde und die Torah als Weisung gegeben wurde. Und genau dieser Bund der ja ewig ist wird mit dem Volk Israel wiederhergestellt und in diesem Sinne erneuert.

Denn die Torah ist das Merkmal (der Vertrag) des Bundes. Somit kann auch jemand, der aus einer anderen Nation kommt, diesem Bund beitreten, wenn er bereit ist sich der Verpflichtung Israels anzuschließen. Diese besteht darin, Jehowahs Torah in sein Leben zu integrieren und ihn allein als mächtige Autorität (Elohim) zu akzeptieren.

LG Chofschi

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Das Wunder: die Jungfrauengeburt?

Matthäus 1, 22-23: Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »El (der Mächtige) mit uns«

Jeschajahu (Jesaja) 7,14: Darum wird euch JAHWEH selbst ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.

Diese Verse werden von Christen dazu benutzt, um zu beweisen, dass Jesus Zeugung einzigartig war- ohne den Samen eines Mannes, sondern durch den „Heiligen Geist“. Deshalb soll Maria eine Jungfrau geblieben sein.

Diese Aussage ist auch das „Fundament“ des christlichen Glaubens, denn sonst könnte Jesus kein Gott und kein vollkommenes Sündopfer sein und würde auf der Stufe eines gewöhnlichen Menschen stehen.

Um ein besseres Verständnis der relevanten Stellen aus dem Tenach (Alten Testament) zu bekommen, müssen wir diese erst einmal mit dem hebräischen Hintergrund lesen.

Bei genauer Betrachtung zeigt uns der Kontext in Jesajah 7 dass es sich nicht um eine Prophezeiung über Jesus handeln kann.

Zusammenfassung Verse 1-8
Wie man sieht, haben sich die Könige von Syrien und Efraim verbündet, um gegen Jehuda Krieg zu führen und König Ahas zu stürzen. Die Prophezeiung von JAHWEH durch Jeschajahu (Jesaja) war, dass der Plan von Syrien und Efraim nicht gelingen würde und dass sie selbst einen Rückschlag erleiden würden. Efraim soll zerschlagen und innerhalb von 65 Jahren „nicht mein Volk“ (= lo am) genannt werden.

Zusammenfassung Verse 9-12
JAHWEH sagt Ahas, dass er ihn um ein Zeichen bitten soll, Ahas lehnt ab, was folgt ist die Antwort JAHWEHs durch Jeschajahu.

Zusammenfassung Verse 13-17
Das Zeichen ist NICHT, dass eine „Jungfrau ein Kind ohne den Samen eines Mannes gebären wird“, sondern dass

ehe das Kind Immanuel gut von böse unterscheiden kann, das Land, vor dessen beiden Königen Ahas Angst hat, verlassen sein wird.

Der Junge dient also als eine „Uhr“, damit das Haus Jehuda erkennen soll, wann sich das Wort JAHWEHS erfüllen wird!

Jesaja 7,17: Jahweh aber wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda abgefallen ist — nämlich den König von Assyrien.

Die Erfüllung des oben genannten Verses sehen wir in 2. Könige 16,5-9:

Damals zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Jisrael, zum Kampf herauf gegen Jerusalem und belagerten Ahas, konnten [die Stadt] aber nicht erstürmen. Zu jener Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Aram; denn er vertrieb die Juden aus Elat; und die Aramäer kamen nach Elat und ließen sich darin nieder bis zu diesem Tag. Ahas aber sandte Boten zu Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn; komm herauf und errette mich aus der Hand des Königs von Aram und aus der Hand des Königs von Jisrael, die sich gegen mich aufgemacht haben!Und Ahas nahm das Silber und das Gold, das sich im Haus JAHWEHs und in den Schätzen des königlichen Hauses vorfand, und sandte es dem König von Assyrien als Geschenk. Und der König von Assyrien hörte auf ihn. Und der König von Assyrien zog herauf nach Damaskus und nahm es ein und führte die Leute gefangen nach Kir und tötete Rezin.

Ebenso zeigt die Stelle in 2.Könige 15,30, dass die Geschichte von Jesaja 7,14 sich in dieser Zeit abgespielt und erfüllt hat:

2.Könige 15,30: Und Hosea, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, und schlug ihn tot. Und er wurde König an seiner Stelle im zwanzigsten Jahr Jotams, des Sohnes Ussijas.

Jesaja 8, 1-4: Und Jahweh sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlicher Schrift: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub!« Und ich will mir glaubwürdige Zeugen bestellen, Urija, den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberechjas! — und ich nahte mich der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach Jahweh zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«! Denn ehe der Knabe wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien hergetragen werden.
Jesaja 7,3: Jahweh aber sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub […].
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Namen der Kinder Jesajas eine wichtige Bedeutung für das damalige Geschehen haben. Ein Sohn heißt Schear-Jaschub, was „ein Überrest wird umkehren bedeutet“. Der zweite Sohn sollte Maher-Schalal-Hasch-Baz genannt werden, was „Bald kommt Plünderung, rasch Raub“ bedeutet.
Der Name des Kindes, das nach Jesaja 7,14 geboren wird, soll Immanuel sein, was bedeutet „Der Mächtige ist mit uns“.
Jahweh hat in diesen drei Namen den Ablauf der Geschichte Jisraels beschrieben und somit sagt der Prophet Jesaja auch sehr treffend:
Jesaja 8,18: Siehe, ich und die Kinder, die mir Jahweh gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Jisrael vom Mächtigen der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.
Jetzt betrachten wir Vers 14 etwas genauer.

Das Wort „ha almah“ bedeutet „die (heiratsfähige) junge Frau“. Es ist aber richtig, dass es auch manchmal für „Jungfrau“ benutzt wird. Aus dem einfachen Grund, weil eine Jungfrau zu biblischen Zeiten auch gleichzeitig eine junge Frau und im heiratsfähigen Alter war.

Fälschlicherweise sagen Menschen oft, dass das in Jesaja beschriebene Zeichen ein Wunder sein muss. Da jedoch die Geburt eines Kindes durch eine junge Frau kein Wunder ist, muss es nach christlicher Auslegung eine Jungfrauengeburt sein.

Betrachten wir mal das Wort, das im Hebräischen für „Zeichen“ steht:

1.Mose 1,14: Und Elohim sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre.

Hier wird dasselbe hebräische Wort „ot“ für Zeichen benutzt wie in Jesaja- es bedeutet „Kennzeichnung“, „Markierung“, also ein sichtbares Zeichen, das zur Orientierung dient.
Um den biblischen Anfang des Jahres und des Monats zu bestimmen, muss man den Mond und die Gerste beobachten. Auch die Seeleute haben früher bei Nacht die Sterne als Zeichen genutzt, um den Kurs anzugeben.
Das Hebräische Wort „hinneh“ bedeutet „schau hin!“, „siehe“, so als wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt und sagt „siehe da!“.

Jeschajahu zeigt auf die Frau und sagt: „Siehe, diese junge Frau ist schwanger“ und dann kommt das eigentliche Zeichen (ot).

Der Knabe, der von der schwangeren jungen Frau geboren werden soll, hat hier die Funktion einer Uhr, die anzeigen soll, wann die zwei feindlichen Könige keine Gefahr mehr sein werden. Die „Uhrzeit“ ist, wenn er das Alter erreicht, in dem er Gut und Böse unterscheiden kann, also wenn er ein Teenager (ungefähr 12/13 Jahre alt) ist.

Wer eine עלמה [alma], also eine jüdische junge Frau, die schon schwanger ist (Futur II) und bald gebären wird (Futur I), als eine בתולה [batula] Jungfrau darzustellen versucht, hat keine Kenntnis von der hebräischen Grammatik (Dikduk), wie ein jüdischer Schriftgelehrter treffend formuliert.

Also:

  • Die hebräische Sprache und der Kontext zeigen ganz deutlich, dass es sich hier NICHT um eine Prophezeiung über Jesus Zeugung und Geburt handeln kann.
  • Die Prophezeiung galt für die Zeit, in der Ahas der König von Juda war.
  • Die angebliche Prophezeiung in Matthäus und Lukas ist somit nicht mit dem Tenach zu bestätigen.

Nebenbei bemerkt ist es im Heidentum Gang und Gäbe, dass ein Gott von einer Jungfrau geboren wird. Beispielsweise Buddha, Zarathustra, Hephaistos, Platon, Alexander, der Große und der Sonnengott Mithras.

Es gilt nun zu unterscheiden, was von Jahweh gegeben wurde oder was seine Ursprünge an anderen Stellen hat.