Wurde der Kindermord in Jeremia prophezeit?

Im ersten Evangelium lesen wir, dass in Jeremia schon der Kindermord zu Zeiten Jesus/Jeschuas prophezeit worden sein soll:

Matthäus 2, 16-18: Als sich nun Herodes von den Weisen betrogen sah, wurde er sehr zornig, sandte hin und ließ alle Knaben töten, die in Bethlehem und in seinem ganzen Gebiet waren, von zwei Jahren und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erforscht hatte.
Da wurde erfüllt, was durch den Propheten Jeremia gesagt ist, der spricht: »Eine Stimme ist in Rama gehört worden, viel Jammern, Weinen und Klagen; Rahel beweint ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind«.

Lesen wir jedoch den orginalen Vers (Jeremia 31,15), müssen wir erkennen, dass dieser Vers aus dem Kontext getrennt wurde, um eine Prophezeiung für Jeschua/Jesus zu schaffen.

Und die folgenden Verse danach passten wohl nicht in das Konzept der Autoren des Evangeliums:

Jerimijahu (Jeremia) 31,16-17: So spricht JAHWEH: Halte deine Stimme zurück vom Weinen und deine Augen von Tränen! Denn es gibt noch einen Lohn für deine Mühe, spricht JAHWEH; denn sie sollen aus dem Land des Feindes zurückkehren. Ja, es gibt Hoffnung für deine Zukunft,und deine Kinder werden in ihr Gebiet zurückkehren! spricht JAHWEH.

Um das richtige Verständnis der fälschlich genannten Prophezeiung zu bekommen, sollte man bei Kapitel 29 zu lesen beginnen. Denn genauer betrachtet handelt es sich in Jeremia nicht um eine Prophezeiung,

sondern um das Klagen des Volkes, da es ja von den Babyloniern weggeführt wurde und sich zu diesem Zeitpunkt in der babylonischen Gefangenschaft befindet.

Zerstörung, Tod und zerrissene Familien prägen im Jahre 605 vor der Zeitrechnung die Landschaft Israels, Rama liegt nahe bei Jerusalem, wo die babylonischen Eroberer sicher vorbeigekommen sind. Jeremia hat in dieser Zeit gelebt und die Ereignisse erlebt, deshalb schreibt er ab dem Kapitel 29 einen Brief an die Weggeführten, im Kapitel 31,16 ff spricht er ihnen Mut zu und Worte der Hoffnung, dass dieser Zustand sich ändern wird.

Rahel ist eine der Stammesmütter und steht bildhaft für die Mütter Israels, die ihre verlorenen Kinder beweinen.

Um eine Prophezeiung handelt es sich wenn, dann erst ab Vers 16, denn in den Versen zuvor beschreibt Jeremia den Ist-Zustand und danach gibt er einen Ausblick auf die Zurückführung.

* * * * *

Somit haben wir die drei ersten angeblichen Prophezeiungen aus dem Matthäus-Evangelium (siehe Jungfrauengeburt, der aus Ägypten zurückgeführte Sohn und der Kindermord) überprüft und gesehen, dass sie alle aus dem originalen Kontext gerissen wurden, um auf Jesus/Jeschua angepasst zu werden. Auf diesen wackligen Fundamenten basiert der Mythos um Jesus/Jeschuas Lebensgeschichte.

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Ist Jeschua/Jesus der von Mosche „verheißene“ Prophet?

Im Christentum wird gelehrt, dass der untere Vers eine Prophezeiung über Jeschua/Jesus sei.

Debarim (5.Mose) 18,15: Einen Propheten wie mich wird dir JAHWEH, dein Mächtiger, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollst du hören.

Doch wenn man den Kontext der Geschichte genauer betrachtet, sehen wir,

  1. dass Mosche alt ist und das Volk nicht in das Land Kanaan führen wird.
  2. dass das Volk darauf hingewiesen wird, keine Wahrsagerei, Geisterbefragung, Hellseherei und Zeichendeuterei zu betreiben.

JAHWEH versichert den Jisraeliten, dass er ihnen auch nach Mosches Tod einen Führer wie Mosche zur Seite stellen wird und deshalb kann dieser Prophet auch nicht erst tausende Jahre später kommen.
Dieser Führer muss logischerweise nach dem Tod Mosches das Volk weiter führen und somit finden wir die Antwort im Buch Jehoschua.

Jehoschua (Josua) 1,1-2: Und es geschah nach dem Tod Mosches, des Knechtes des JAHWEH, da sprach JAHWEH zu Jehoschua, dem Sohn Nuns, dem Diener Mosches, folgendermaßen: Mein Knecht Mosche ist gestorben; so mache dich nun auf, ziehe über den Jordan dort, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich ihnen gebe, den Kindern Israels!
Vers 5: Niemand soll vor dir bestehen dein Leben lang! Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein; ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.
Verse 16-17: Und sie antworteten Jehoschua und sprachen: Alles, was du uns geboten hast, das wollen wir tun; und wohin du uns auch sendest, dahin wollen wir gehen! Wie wir Mose gehorsam gewesen sind, so wollen wir auch dir in allem gehorsam sein; wenn nur JAHWEH, dein Mächtiger, mit dir ist, wie er mit Mose war!

Der Ausspruch Jahwehs zu seinem Volk wurde fälschlicherweise als eine „Prophezeiung“ über einen Messias (König) und speziell Jesus/Jeschua benutzt.

Es ist jedoch einfach JAHWEHs Versprechen an sein Volk, das seinen menschlichen Führer verliert und somit mit Angst, Unsicherheit und Ungewissheit zu kämpfen hat. Und deshalb..

  1. .. erklärt JAHWEH seinem Volk die Kriterien, woran sie einen von IHM beauftragten Propheten erkennen werden.
  2. .. ermutigt und verspricht ihnen, dass er einen Nachfolger Mosches für sie bereitstellen wird.
  3. .. lässt er sein Wort wahr werden durch den Nachfolger Jehoschua/Josua.

Ist Johannes der Täufer der Prophet Elijahu (Elia)?

Es wird im Christentum gelehrt, dass Johannes Elijahu sei, begründet wird dies indem die folgenden Textstellen aus dem Neuen Testament als Erfüllung der Prophezeiung in Maleachi dargestellt werden:

Maleachi 3,22-24: Haltet im Gedächtnis die Torah meines
Knechtes Mose, dem ich am Horeb für ganz Jisrael Ordnungen und
Rechtsbestimmungen geboten habe. Siehe, ich sende euch den Propheten Elijahu, ehe der große und furchtbare Tag des JAHWEH kommt

Matthäus 11,11-14: Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er. Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich. Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes. Und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist der Elia, der kommen soll.

Markus 9,11-13: Und sie fragten ihn und sprachen: Warum sagen die Schriftgelehrten, daß zuvor Elia kommen müsse? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia kommt wirklich zuvor und stellt alles wieder her, so wie es auch über den Sohn des Menschen geschrieben steht, daß er viel leiden und verachtet werden muß. Aber ich sage euch, daß Elia schon gekommen ist, und sie haben mit ihm gemacht, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.

Genauer betrachtet, sind die Aussage aus den oberen beiden Abschnitten  NICHT richtig, denn

  1. in Johannes 1,19-21 sagt Johannes über sich selbst:  Ich bin nicht der Christus! Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sprach: Ich bin’s nicht! Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein!
  2. in Matthäus 17,3-4 lesen wir: Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Da begann Petrus und sprach zu Jesus: Herr, es ist gut, daß wir hier sind! Wenn du willst, so laß uns hier drei Hütten bauen, dir eine und Mose eine und Elia eine.

Wenn der Geist Elias schon in Johannes ist, warum erscheint er Jesus/Jeschua und Petrus dann nochmal als „echter Elijahu“?

Auch der Versuch zu erklären, dass der „Geist“ Elijahus in Johannes sei, stimmt nicht mit der Aussage des Propheten überein.

Denn der Prophet Elijahu wurde lebendig in den Himmel aufgenommen und genau darauf wird auch in Maleachi hingewiesen, dass Elijahu als Mensch  wiederkommen wird und KEIN anderer Mensch mit seinem „Geist“.

Wir werden noch weiter auf die Geschichte Elijahus eingehen, die interessanterweise viele Paralellen zu dem Leben Jesus/Jeschuas beinhalten.

Wer ist hier der Sohn?

Matthäus 2,14-15:
Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht mit sich und entfloh nach Ägypten.Und er blieb dort bis zum Tod des Herodes,
damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: ‚Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen‘.

Laut dem Neuen Testament ist Jeschua/Jesus dieser Sohn, über den der Prophet prophezeite. Doch bei genauer Betrachtung zeigt sich,

  1. dass der Autor des Neuen Testaments nur einen Teil aus dem Satz im Orginal übernommen hat, um seine Aussage zu bekräftigen.
  2. Im Orginal handelt es sich nicht um eine Prophezeiung, sondern um eine „Zusammenfassung“ von Israels Werdegang.

Hoschea 11,1-2: Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Aber sobald man sie rief, wandten sie sich vom Angesicht der Rufenden ab. Den Baalen opferten sie, und den Götzenbildern räucherten sie.

Auch an diesem Beispiel sehen wir, wie Satzteile herausgenommen werden, um sie einer neuen Theologie anzupassen. Der ursprüngliche Kontext hat nichts mit einem Jeschua/Jesus zu tun.

Das Wunder: die Jungfrauengeburt?

Matthäus 1, 22-23: Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »El (der Mächtige) mit uns«

Jeschajahu (Jesaja) 7,14: Darum wird euch JAHWEH selbst ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.

Diese Verse werden von Christen dazu benutzt, um zu beweisen, dass Jesus Zeugung einzigartig war- ohne den Samen eines Mannes, sondern durch den „Heiligen Geist“. Deshalb soll Maria eine Jungfrau geblieben sein.

Diese Aussage ist auch das „Fundament“ des christlichen Glaubens, denn sonst könnte Jesus kein Gott und kein vollkommenes Sündopfer sein und würde auf der Stufe eines gewöhnlichen Menschen stehen.

Um ein besseres Verständnis der relevanten Stellen aus dem Tenach (Alten Testament) zu bekommen, müssen wir diese erst einmal mit dem hebräischen Hintergrund lesen.

Bei genauer Betrachtung zeigt uns der Kontext in Jesajah 7 dass es sich nicht um eine Prophezeiung über Jesus handeln kann.

Zusammenfassung Verse 1-8
Wie man sieht, haben sich die Könige von Syrien und Efraim verbündet, um gegen Jehuda Krieg zu führen und König Ahas zu stürzen. Die Prophezeiung von JAHWEH durch Jeschajahu (Jesaja) war, dass der Plan von Syrien und Efraim nicht gelingen würde und dass sie selbst einen Rückschlag erleiden würden. Efraim soll zerschlagen und innerhalb von 65 Jahren „nicht mein Volk“ (= lo am) genannt werden.

Zusammenfassung Verse 9-12
JAHWEH sagt Ahas, dass er ihn um ein Zeichen bitten soll, Ahas lehnt ab, was folgt ist die Antwort JAHWEHs durch Jeschajahu.

Zusammenfassung Verse 13-17
Das Zeichen ist NICHT, dass eine „Jungfrau ein Kind ohne den Samen eines Mannes gebären wird“, sondern dass

ehe das Kind Immanuel gut von böse unterscheiden kann, das Land, vor dessen beiden Königen Ahas Angst hat, verlassen sein wird.

Der Junge dient also als eine „Uhr“, damit das Haus Jehuda erkennen soll, wann sich das Wort JAHWEHS erfüllen wird!

Jesaja 7,17: Jahweh aber wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda abgefallen ist — nämlich den König von Assyrien.

Die Erfüllung des oben genannten Verses sehen wir in 2. Könige 16,5-9:

Damals zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Jisrael, zum Kampf herauf gegen Jerusalem und belagerten Ahas, konnten [die Stadt] aber nicht erstürmen. Zu jener Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Aram; denn er vertrieb die Juden aus Elat; und die Aramäer kamen nach Elat und ließen sich darin nieder bis zu diesem Tag. Ahas aber sandte Boten zu Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn; komm herauf und errette mich aus der Hand des Königs von Aram und aus der Hand des Königs von Jisrael, die sich gegen mich aufgemacht haben!Und Ahas nahm das Silber und das Gold, das sich im Haus JAHWEHs und in den Schätzen des königlichen Hauses vorfand, und sandte es dem König von Assyrien als Geschenk. Und der König von Assyrien hörte auf ihn. Und der König von Assyrien zog herauf nach Damaskus und nahm es ein und führte die Leute gefangen nach Kir und tötete Rezin.

Ebenso zeigt die Stelle in 2.Könige 15,30, dass die Geschichte von Jesaja 7,14 sich in dieser Zeit abgespielt und erfüllt hat:

2.Könige 15,30: Und Hosea, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, und schlug ihn tot. Und er wurde König an seiner Stelle im zwanzigsten Jahr Jotams, des Sohnes Ussijas.

Jesaja 8, 1-4: Und Jahweh sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlicher Schrift: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub!« Und ich will mir glaubwürdige Zeugen bestellen, Urija, den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberechjas! — und ich nahte mich der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach Jahweh zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«! Denn ehe der Knabe wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien hergetragen werden.
Jesaja 7,3: Jahweh aber sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub […].
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Namen der Kinder Jesajas eine wichtige Bedeutung für das damalige Geschehen haben. Ein Sohn heißt Schear-Jaschub, was „ein Überrest wird umkehren bedeutet“. Der zweite Sohn sollte Maher-Schalal-Hasch-Baz genannt werden, was „Bald kommt Plünderung, rasch Raub“ bedeutet.
Der Name des Kindes, das nach Jesaja 7,14 geboren wird, soll Immanuel sein, was bedeutet „Der Mächtige ist mit uns“.
Jahweh hat in diesen drei Namen den Ablauf der Geschichte Jisraels beschrieben und somit sagt der Prophet Jesaja auch sehr treffend:
Jesaja 8,18: Siehe, ich und die Kinder, die mir Jahweh gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Jisrael vom Mächtigen der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.
Jetzt betrachten wir Vers 14 etwas genauer.

Das Wort „ha almah“ bedeutet „die (heiratsfähige) junge Frau“. Es ist aber richtig, dass es auch manchmal für „Jungfrau“ benutzt wird. Aus dem einfachen Grund, weil eine Jungfrau zu biblischen Zeiten auch gleichzeitig eine junge Frau und im heiratsfähigen Alter war.

Fälschlicherweise sagen Menschen oft, dass das in Jesaja beschriebene Zeichen ein Wunder sein muss. Da jedoch die Geburt eines Kindes durch eine junge Frau kein Wunder ist, muss es nach christlicher Auslegung eine Jungfrauengeburt sein.

Betrachten wir mal das Wort, das im Hebräischen für „Zeichen“ steht:

1.Mose 1,14: Und Elohim sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre.

Hier wird dasselbe hebräische Wort „ot“ für Zeichen benutzt wie in Jesaja- es bedeutet „Kennzeichnung“, „Markierung“, also ein sichtbares Zeichen, das zur Orientierung dient.
Um den biblischen Anfang des Jahres und des Monats zu bestimmen, muss man den Mond und die Gerste beobachten. Auch die Seeleute haben früher bei Nacht die Sterne als Zeichen genutzt, um den Kurs anzugeben.
Das Hebräische Wort „hinneh“ bedeutet „schau hin!“, „siehe“, so als wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt und sagt „siehe da!“.

Jeschajahu zeigt auf die Frau und sagt: „Siehe, diese junge Frau ist schwanger“ und dann kommt das eigentliche Zeichen (ot).

Der Knabe, der von der schwangeren jungen Frau geboren werden soll, hat hier die Funktion einer Uhr, die anzeigen soll, wann die zwei feindlichen Könige keine Gefahr mehr sein werden. Die „Uhrzeit“ ist, wenn er das Alter erreicht, in dem er Gut und Böse unterscheiden kann, also wenn er ein Teenager (ungefähr 12/13 Jahre alt) ist.

Wer eine עלמה [alma], also eine jüdische junge Frau, die schon schwanger ist (Futur II) und bald gebären wird (Futur I), als eine בתולה [batula] Jungfrau darzustellen versucht, hat keine Kenntnis von der hebräischen Grammatik (Dikduk), wie ein jüdischer Schriftgelehrter treffend formuliert.

Also:

  • Die hebräische Sprache und der Kontext zeigen ganz deutlich, dass es sich hier NICHT um eine Prophezeiung über Jesus Zeugung und Geburt handeln kann.
  • Die Prophezeiung galt für die Zeit, in der Ahas der König von Juda war.
  • Die angebliche Prophezeiung in Matthäus und Lukas ist somit nicht mit dem Tenach zu bestätigen.

Nebenbei bemerkt ist es im Heidentum Gang und Gäbe, dass ein Gott von einer Jungfrau geboren wird. Beispielsweise Buddha, Zarathustra, Hephaistos, Platon, Alexander, der Große und der Sonnengott Mithras.

Es gilt nun zu unterscheiden, was von Jahweh gegeben wurde oder was seine Ursprünge an anderen Stellen hat.

Hervorgehoben

Auf diesem Blog werden nach und nach alle relevanten Themen, die mit dem Neuen Testament verknüpft sind, bearbeitet. Da uns regelmäßig Kommentare erreichen, in denen es darum geht, sahen wir die Notwendigkeit, einen Blog zu gründen, der die bestehenden Auslegungen hinterfragt und genauer betrachtet.