Sündenvergebung [ Teil 2 ]

[ Teil 1 ]

Im ersten Teil dieser Arbeit konnten wir bereits feststellen, dass nicht das Blut für die Vergebung der Sünde sorgt und dass die Torah zwischen unabsichtlicher und absichtlicher Übertretung unterscheidet.

 

Unabhängig von diesen klaren Indizien, die gegen die Richtigkeit der Behauptung aus Hebräer 9:22 sprechen, existiert in der christlichen Theologie (sowohl Mainstream als auch Splittergruppen wie „hebrew roots“, „Nazarener“ oder „messianisch“ usw.) die Annahme, dass immer jemand oder etwas (im sogenannten alten Bund waren es Tiere, im sogenannten neuen Bund Jesus) Unschuldiges sterben muss, um mit seinem Blut den Übertreter freizukaufen.

Dieses Konzept wird die „stellvertrende Sühne“ genannt.

 

Erneut sollte ein Blick in den Tanach für Klarheit sorgen.

In Hesekiel Kapitel 33 sind die Worte des Propheten des Ewigen von Israel wie folgt notiert:

 

Hes 33:1  Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:

Hes 33:2  Menschensohn, rede zu den Söhnen deines Volkes, und sage zu ihnen: Wenn ich das Schwert über ein Land bringe, und das Volk des Landes nimmt einen Mann aus seiner Gesamtheit und setzt ihn sich als Wächter ein,

Hes 33:3  und er sieht das Schwert über das Land kommen und stösst ins Horn und warnt das Volk,

Hes 33:4  wenn [dann] einer den Schall des Horns hört, sich aber nicht warnen lässt, und das Schwert kommt und rafft ihn weg: so wird sein Blut auf seinem Kopf bleiben.

Hes 33:5  Er hat den Schall des Horns gehört, hat sich aber nicht warnen lassen; sein Blut wird auf ihm bleiben. Doch hat er sich warnen lassen, so hat er seine Seele gerettet.

Hes 33:6  Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht, und er stösst nicht ins Horn, und das Volk wird nicht gewarnt, und das Schwert kommt und rafft von ihnen eine Seele weg: so wird dieser um seiner Schuld willen weggerafft; aber sein Blut werde ich von der Hand des Wächters fordern.

Hes 33:7  Dich nun, Menschensohn, habe ich als Wächter für das Haus Israel eingesetzt. Du sollst das Wort aus meinem Mund hören und sie vor mir warnen.

Hes 33:8  Wenn ich zu dem Gottlosen sage: `Du Gottloser, du musst sterben!, du aber redest nicht, um den Gottlosen vor seinem Weg zu warnen, so wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.

Hes 33:9  Wenn du jedoch den Gottlosen vor seinem Weg warnst, damit er von ihm umkehrt, er aber von seinem Weg nicht umkehrt, so wird er um seiner Schuld willen sterben; du aber hast deine Seele gerettet.

Hes 33:10  Und du, Menschensohn, sage zum Haus Israel: So sprecht ihr und sagt: Unsere Vergehen und unsere Sünden sind auf uns, und in ihnen schwinden wir dahin. Wie könnten wir leben?

Hes 33:11  Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR: Wenn ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen! Wenn nicht vielmehr daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Ja, warum wollt ihr sterben, Haus Israel?

Hes 33:12  Und du, Menschensohn, sage zu den Söhnen deines Volkes: Die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht retten am Tag seines Vergehens; und die Gottlosigkeit des Gottlosen – er wird durch sie nicht stürzen an dem Tag, da er von seiner Gottlosigkeit umkehrt. Und [die Gerechtigkeit des] Gerechten – er wird durch sie nicht leben können an dem Tag, da er sündigt.

Hes 33:13  Wenn ich dem Gerechten sage: `Leben soll er!, und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, so wird all seiner gerechten Taten nicht gedacht werden, sondern um seines Unrechts willen, das er getan hat, deswegen wird er sterben.

Hes 33:14  Wenn ich aber zum Gottlosen sage: Sterben musst du! und er kehrt von seiner Sünde um und übt Recht und Gerechtigkeit,

Hes 33:15  [so dass] der Gottlose das Pfand zurückgibt, Geraubtes erstattet, in den Ordnungen, [die] zum Leben [führen], lebt, ohne Unrecht zu tun, so soll er am Leben bleiben, er soll nicht sterben.

Hes 33:16  All seiner Sünden, die er begangen hat, soll ihm nicht gedacht werden; Recht und Gerechtigkeit hat er geübt: er soll am Leben bleiben.

Hes 33:17  Und die Söhne deines Volkes sagen: Der Weg des Herrn ist nicht recht, wo doch ihr eigener Weg nicht recht ist.

Hes 33:18  Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut, so wird er deswegen sterben.

Hes 33:19  Und wenn der Gottlose von seiner Gottlosigkeit umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so wird er um ihretwillen leben.

(Elberfelder Übersetzung 1985)

 

Diesen Versen zufolge hat jeder Mensch Verantwortung für sich selbst und kann seine Schuld nicht auf jemand anderen laden.

Die Verse acht und neun machen das sehr deutlich. Der Wächter warnt sein Volk nicht (Vers 8), ist somit für den Tod des Anderen verantwortlich aufgrund seines Nichthandelns.

Der Gottlose, der gewarnt werden sollte, dass er doch umkehren möge, stirbt aufgrund seiner Gottlosigkeit.

Noch deutlicher wird es im zweiten Szenario (Vers 9). Der Wächter warnt, doch der Gottlose kehrt trotz Ermahnung nicht um, so stirbt der Gottlose ebenfalls wegen seiner Übertretung (Gottlosigkeit). Der Wächter jedoch hat seine Aufgabe erfüllt und trägt somit keine Schuld.

 

Das Prinzip der Selbstverantwortung wird bereits zu Beginn der Torah etabliert. Dadurch, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen aßen (1. Mose 3), kam nicht wie häufig behauptet, die sogenannte Erbsünde oder der sogenannte Sündenfall der Menschheit zustande, sondern dem Menschen wurde, durch sein erlangtes Wissen um Gutes und Böses, die Verantwortung das Gute zu wählen, zugesprochen.

 

1Mo 4:3  Und es geschah nach einiger Zeit, da brachte Kain von den Früchten des Ackerbodens dem HERRN eine Opfergabe.

1Mo 4:4  Und Abel, auch er brachte von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Und der HERR blickte auf Abel und auf seine Opfergabe;

1Mo 4:5  aber auf Kain und auf seine Opfergabe blickte er nicht. Da wurde Kain sehr zornig, und sein Gesicht senkte sich.

1Mo 4:6  Und der HERR sprach zu Kain: Warum bist du zornig, und warum hat sich dein Gesicht gesenkt?

1Mo 4:7  Ist es nicht [so], wenn du recht tust, erhebt es sich? Wenn du aber nicht recht tust, lagert die Sünde vor der Tür. Und nach dir wird ihr Verlangen sein, du aber sollst über sie herrschen.

(Elberfelder Übersetzung 1985)

 

Zwei Dinge sind in diesen fünf Versen zu beobachten:

 

1. Opfergaben wurden weder von Gott initiiert noch verlangt oder befohlen – es war den Menschen von Anfang an ein Bedürfnis, Gott diesedarzubringen. Allerdings taten sie das nicht um der Opfer selbst Willen, sondern brachten Opfergaben aufgrund der verübten Gerechtigkeit dar. (vgl. Jesaja 1; Psalm 51; Sprüche 21:3;Micha 6:6-8)

 

2. Trotz des Opfers, das Kain bringt, wird er von Gott unterwiesen, der ihm nahelegt, dass nicht sein Opfer entscheidend ist, sondern das Richtige, das Gute zu tun (Vers 7).

 

Doch Kain zeigt sich zunächst nicht einsichtig und bestätigt, im negativen Sinne, was er zuvor von Gott gelehrt bekam.

 

1Mo 4:8  Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel. Und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und erschlug ihn.

1Mo 4:9  Und der HERR sprach zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Und er sagte: Ich weiß nicht. Bin ich meines Bruders Hüter?

1Mo 4:10  Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her.

1Mo 4:11  Und nun, verflucht seist du von dem Ackerboden hinweg, der seinen Mund aufgerissen hat, das Blut deines Bruders von deiner Hand zu empfangen!

1Mo 4:12  Wenn du den Ackerboden bebaust, soll er dir nicht länger seine Kraft geben; unstet und flüchtig sollst du sein auf der Erde!

1Mo 4:13  Da sagte Kain zu dem HERRN: Zu groß ist meine Strafe (besser übers. Vergehen, Schuld, Sünde), als dass ich sie tragen könnte.

1Mo 4:14  Siehe, du hast mich heute von der Fläche des Ackerbodens vertrieben, und vor deinem Angesicht muss ich mich verbergen und werde unstet und flüchtig sein auf der Erde; und es wird geschehen: jeder, der mich findet, wird mich erschlagen.

1Mo 4:15  Der HERR aber sprach zu ihm: Nicht so, jeder, der Kain erschlägt – siebenfach soll er gerächt werden! Und der HERR machte an Kain ein Zeichen, damit ihn nicht jeder erschlüge, der ihn fände.

1Mo 4:16  So ging Kain weg vom Angesicht des HERRN und wohnte im Land Nod, östlich von Eden.

(Elberfelder Übersetzung 1985)

 

 

Nach dem Mord an seinem Bruder Abel, wird Kain vom Allmächtigen zur Rede gestellt, wobei der Mörder seine Schuld bekennt (Vers 13) und daraufhin Gottes Schutz (Vergebung) erhält (Vers 15). Das Zeichen, dass Kain erhält, ist nicht etwa ein Mal auf seiner Stirn o. Ä., sondern dass niemand ihn erschlagen werde. Aufgrund seiner Einsicht bewahrt Gott ihn davor, das gleiche Schicksal wie sein Bruder zu erleiden.

Erneut eine klare Betonung der Torah auf Einsicht und Reue / Umkehr.

 

Kehren wir ins Buch des Propheten Hesekiel zurück.

 

Hes 18:1  Und das Wort des HERRN geschah zu mir so:

Hes 18:2  Was habt ihr, dass ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf?

Hes 18:3  So wahr ich lebe, spricht der Herr, HERR, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht!

Hes 18:4  Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie [allein] soll sterben.

Hes 18:5  Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt,

Hes 18:6  auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau [zur Zeit ihrer] Unreinheit nicht naht

Hes 18:7  und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners zurückgibt, keinen Raub begeht, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt,

Hes 18:8  auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhält, rechtes Gericht übt zwischen Mann und Mann,

Hes 18:9  in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen hält, um [sie] getreu zu befolgen: gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, HERR. –

Hes 18:10  Zeugt er aber einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergiesst und eines von diesen [Dingen] tut –

Hes 18:11  er selbst aber hat alles das nicht getan -, wenn [der] sogar auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten unrein macht,

Hes 18:12  den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reisst, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Greuel verübt,

Hes 18:13  auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Greuel hat er verübt: er muss getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein.

Hes 18:14  Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht [sie] und tut nicht desgleichen:

Hes 18:15  Er isst nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein,

Hes 18:16  und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung,

Hes 18:17  er hält seine Hand vom Unrecht zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt in meinen Ordnungen: der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er!

Hes 18:18  Sein Vater, weil er Erpressung verübt, am Bruder Raub begangen und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er [allein] soll um seiner Schuld willen sterben.

Hes 18:19  Ihr aber sagt: `Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters [mit]? Dabei hat der Sohn [doch] Recht und Gerechtigkeit geübt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er!

Hes 18:20  Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters [mit-]tragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes [mit-]tragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen soll auf ihm sein.

Hes 18:21  Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: leben soll er [und] nicht sterben.

Hes 18:22  All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geübt hat, soll er leben.

Hes 18:23  Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, HERR, nicht [vielmehr] daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt?

Hes 18:24  Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Greueln, die der Gottlose verübt hat – tut er es, sollte er leben? -: An all seine gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

Hes 18:25  Aber ihr sagt: `Der Weg des Herrn ist nicht recht. Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht [vielmehr] eure Wege nicht recht?

Hes 18:26  Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser [Sünden] willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat.

Hes 18:27  Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: er wird seine Seele am Leben erhalten.

Hes 18:28  Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er [und] nicht sterben. –

Hes 18:29  Aber das Haus Israel sagt: `Der Weg des Herrn ist nicht recht. Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht [vielmehr] eure Wege nicht recht?

Hes 18:30  Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, HERR. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoss zur Schuld wird!

Hes 18:31  Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel?

Hes 18:32  Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht der Herr, HERR. So kehrt um, damit ihr lebt!

(Elberfelder Übersetzung 1985)

 

Der Vater ist nicht für die Sünden seines Sohnes verantwortlich und umgekehrt.

 

2Mo 20:5  Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten [Generation] von denen, die mich hassen,

2Mo 20:6  der aber Gnade erweist an Tausenden [von Generationen] von denen, die mich lieben und meine Gebote halten.

 

 

Die Worte Hesekiels richten sich an das Volk Israel und fordern immer wieder zur Umkehr von den gottlosen Wegen auf. Da die Israeliten nun die Torah kannten, dennoch entgegen ihrer Lehre lebten, lässt sich erkennen, dass sie absichtlich Übertretungen begingen.

Das führt nun (im nächsten Teil) zu den Vergehen von David Ha’Melech (König David) und wie ihm von Gott vergeben wurde.

[ Teil 3 folgt ]

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Wer ist der Knecht in Jesaja 53?

In der christlichen Theologie hat das Kapitel 53 in Jesaja eine zentrale Bedeutung. Dort wird christlicher Meinung nach der Leidensweg, Opfertod und die Erhöhung von Jesus prophezeit.

Somit werden wir den Text unter Einbeziehen des Kontexts und im Vergleich mit dem hebräischen Orginal analysieren um dem nachzugehen.

Bei dem Kapitel 53 handelt es sich um einen Teil eines wunderschönen poetischen Liedes. Es ist das letzte der vier Gottesknechtslieder und beginnt im Kapitel 52,13. In diesen poetischen Liedern geht es nicht um einen Messias, König usw., sondern um das Volk Israel, seinen Schöpfer Jahweh und die anderen Nationen.

  • Das erste Lied vom Gottesknecht   (Jes 42,1-4)
  • Das zweite Lied vom Gottesknecht (Jes 49,1-6)
  • Das dritte Lied vom Gottesknecht   (Jes 50,4-9)
  • Das vierte Lied vom Gottesknecht   (Jes 52,13-53,12)

Diese poetischen Lieder (oder Gedichte) beschreiben den Knecht, den Jahweh wählte,  „um für Gerechtigkeit für die Völker zu sorgen(42:1) und das Volk wieder nach Israel zu führen“ – zurück zu zum Schöpfer (49:5). Dieser Knecht wird auch ein Licht für die Nationen sein“, so dass andere Nationen, Jahwehs rettende Kraft“ (49:6) erkennen werden. Der Knecht in Jesaja wird viel Leid und Demütigung erleiden (50:6; 52:14; 53:3-5,7), wenn er dem Dienst, den Jahweh ihm aufträgt, nachgeht. Das letzte dieser Lieder verdeutlicht, dass auch wenn die Nationen den Knecht als „gefallen“ betrachten, der Knecht seine Mission nicht erreicht und sogar vom Schöpfer verworfen zu sein scheint, er keineswegs verworfen ist, sondern unter seiner Gnade Schutz und Heil erfährt!                                                                                                                                              Doch wer ist dieser Knecht?                                                                                                                                                                                                                                            3.Mose 22,25: Denn die Kinder Israels sind mir dienstbar; sie sind meine Knechte, die ich aus dem Land Ägypten herausgeführt habe; ich, Jahweh, bin eure Mächtige Authorität. Psalm 136,21-22: (..) und ihr Land als Erbe gab; denn seine Gnade währt ewiglich! Als Erbe seinem Knecht Israel; denn seine Gnade währt ewiglich!                                 Jesaja 41,8-9: Du aber, Israel, mein Knecht, Jakob, mein Auserwählter, du Same Abrahams, meines Freundes, den ich von den Enden der Erde ergriffen und aus ihren entferntesten Winkeln berufen habe, und zu dem ich gesprochen habe: Du bist mein Knecht, ich habe dich auserwählt und nicht verworfen                                                    (vgl. Jesaja 42:1u.19, 43:10, 44:1-2 u.21+26, 45:4, 49:3-7, 50:10, 52:13, 53:11)

Um ein besserers Verständnis von dem Kapitel 53 zu bekommen, muss man bei Jesaja 52,13 zu lesen beginnen – dem Anfang des 5. Liedes.

In der Einleitung des vierten Liedes ist auch die Kernaussage dieses poetischen Textes zu finden. Der Knecht (Israel) wird nach seiner Leidenszeit von Jahweh unter den Nationen einen erhabenen Platz haben. Und sogar die Völker, die ja glaubten, Israel sei verworfen, werden über Israels Entwicklung erstaunt sein.

Jesaja 52,13-15: Siehe, mein (Jahwehs) Knecht (Israel) wird einsichtig handeln, er (Israel) wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein. Gleichwie sich viele (die Nationen) über dich entsetzten, so sehr war sein (Israels) Angesicht entstellt, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt, mehr als die der Menschenkinder, genauso wird er viele Heidenvölker in Erstaunen setzen, und Könige werden vor ihm (Israel) den Mund schließen. Denn was ihnen (den Nationen) nie erzählt worden war, das werden sie (die Nationen) sehen, und was sie nie gehört hatten, werden sie wahrnehmen.

Eine Vers-für-Vers-Analyse

Bei diesen Versen entstehen die Fehldeutungen einer Unkenntnis heraus. Es wird außer Acht gelassen, dass es sich dabei um poetische Gedichte handelt, bei denen mehrere Akteure miteinbezogen sind. Man muss es wie ein Theaterstück sehen, das mit mehreren Rednern (Schauspielern) und Bühnenbildern ausgestattet ist. Der Text soll einen Ausblick darüber geben, wie sich die Nationen in ferner Zukunft  ihre ungerechte Haltung gegenüber Israel eingestehen werden.

1. Wer hätte geglaubt, was uns da berichtet wurde? Und wem ist der Arm Jahwehs offenbart?  (Redner: die Nationen)                                                                                                                                                         In diesem eröffnenden Vers, sind die Herrscher der Nationen über die unglaublichen Nachrichten von Israels Heil schockiert: Wer würde glauben, was wir gehört haben!“          Mit dem „Arm Jahwehs“ ist die Stärke und Macht Jahwehs gemeint, mit der er Israel aus verschiedenen Situationen befreite (z.B. 5.Mose 26,8 aus Ägypten, (vgl. 3.Mose 3:20/ 6:6/14:31 Jesaja 51:9/ 52:10/ 26:8 Jeremiah 21:5/ 27:5 Hesekiel 20:33 Psalm 44:3/ 89:11/ 98:1/ 136.12).                                                                                                                                                   2. Wie ein kümmerlicher Spross wuchs er vor ihm auf, wie ein Trieb aus dürrem Boden. Er war weder stattlich noch schön. Er war unansehnlich, und er gefiel uns nicht.( Redner: die Nationen)

Das Bild von einem kümmerlichen Spross aus dürrer Erde ist eine Metapher für den jüdischen Kampf ums Überleben im Exil. Eine junges Bäumchen im trockenen Boden scheint nicht überlebensfähig. Die Israeliten waren eine kleine Nation, manchmal so klein, dass sie wie vom Aussterben bedroht waren. Hier wird die wundersame Rückkehr Israels aus dem Exil beschrieben. Der Vergleich Israels mit einem „kümmerlichen  Baum“ sind in den hebräischen Schriften öfter zu finden. (vgl. Jesaia 60:21, Hesekiel 19:13, Hosea 14:6-7, Amos 9:15).

3. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. ( Redner: die Nationen)                                                 Dieser Vers beschreibt Israel als verachtet und abgelehnt. Das war und ist ein ständiges Thema für das israelische Volk – viele Völker und Herrscher unterdückten Israel.            (vgl. Jesaja 49:7, 60:15; Psalm 44:14; Nehemia 3:36.)

4. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.   (Redner: Die Nationen)                                                                                                         Bei dem vierten Vers reden die Nationen „in ferner Zukunft“, wenn Jahwehs Plan mit Israel den Völkern bewusst geworden sein wird. Sie erkennen „rückwirkend“ die Position und Funktion Israels an (vgl. 5.Mose 7,6/ 14,2/ 26,19)                                                                                                                                                                       5. Doch er wurde wegen unserer Missetaten verwundet, wegen unserer Missetaten zermalmt; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. (Redner: Die Nationen)                                        Auch dieser Vers ist ein klassisches Beispiel für Übersetzungs- und Deutungsfehler: Der Vers sagt nicht: „Er ist für unsere Missetat verwundet und um unsrer Sünde willen gebrochen“ worden – gleich einem stellvertretendem Opfer und Leiden. Vielmehr ist die richtige Übersetzung: „Er wurde wegen unserer Missetat verwundet und wegen unserer Missetaten zermalmt.“ Somit hat der Knecht gelitten, weil die Völker ihn schlecht behandelt haben und nicht, wie oft behauptet wird, um für die Sünden anderer zu büßen. Der Vers beschreibt, wie die Führer der Welt sich gedemütigt eingestehen, dass Israel wegen ihrer Missetat (wegen dem Hass gegenüber Israel) gelitten hat. Die Nationen dementieren ihre vorherige Behauptung (siehe oben in Jesaja 52:12-13 und 53: 2-5), dass Israel von Gott bestraft/verflucht sei.

Zum Vergleich: Jesaja 54,17: Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und alle Zungen, die sich gegen dich vor Gericht erheben, sollst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte Jahwehs und ihre Gerechtigkeit, die ihnen von mir zuteil wird, spricht Jahweh

6. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. (Redner: die Nationen)                                        Die Völker erkennen, dass ihr Handeln gegenüber Israel fehlgeleitet war. Mit den Worten „der Herr warf unser aller Schuld auf ihn“ soll auf poetische Art die Reue der Völker über die lange Leidenszeit Israels gezeigt werden. Sinngemäß bedeutet das, dass der Schuldige nicht so wie der Unschuldige leidet.

7. Er wurde mißhandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. (Redner: Die Nationen)                      Die hebräische Bibel verwendet das Bild vom Schafe, (das) zur Schlachtbank geführt (wird)speziell in Bezug auf das jüdische Volk. z.B. wie in Psalm 44:12:                          Du hast uns wie Schafe zum Fraß hingegeben und hast uns unter die Heiden zerstreut.  Und in Vers 23: Ja, um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wie Schlachtschafe sind wir geachtet.                                                                                 Dieser Vers spielt auf die vielen Entbehrungen an – sowohl die physische Qual und die wirtschaftliche Ausbeutung , die die Israeliten in den verschieden Zeitepochen im Exil ertragen mussten.                                                                                                           Antike: durch die Assyrer, Babylonier, Griechen und Römer.                                                Mittelalter: Kreuzritter, Inquisition, Anklage wegen „Gottesmordes“                                      20. Jhd.: NS-Zeit, Holocaust                                                                                                     Auch heute noch ist der „Judenhass“ aktuell in vielen Gesellschaften integriert.

8. Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat SIE ( lamoh לָמוֹ ) Strafe getroffen. (Redner: Die Nationen)                                                                                     Die Phrase, Land der Lebenden“ (Eretz HaChaim) bezieht sich speziell auf das Land Israel. Es bedeutet nicht, dass der Diener getötet wurde, sondern dass er aus dem Land Israel verbannt wurde (vgl. Hesekiel 32:23-27). Dieser Vers beschreibt die Überraschung der Zeugen über die Rückkehr der Israeliten ins Gelobte Land.                                                                                                                                                Die Führer der Nationen (die Redner) bekennen „Wegen meines Volkes Sünde, wurden sie (die Israeliten) bedrängt“. Hier macht der Text deutlich, dass es sich um eine kollektive Nation und nicht um ein einzelnes Individuum handelt. Ich habe das Wort „sie“ im Vers 8 rot gekennzeichnet, um die Pluralform zu verdeutlichen, da gerade das Wort lamoh לָמוֹ  in der christlichen Theologie auf eine Person ( also auf Jesus) hin gedeutet wird.                                                                                                                                        Das hebräische Wort  lamoh לָמוֹ bezieht sich auf eine Gruppe (kollektive Einheit), siehe zum Beispiel                                                                                                             Jesaja 16,4:  Sei ihnen (Israeliten, wörtlich ihm) ein Versteck                                          Jesaja 44,7:  sollen sie ihnen (den Menschen, wörtlich ihm) verkünden!                    Jesaja 48,21: Wasser ließ er ihnen (Israeliten)                                                            Psalm 99,7:  die er ihnen (Israeliten) gab.   

In der hebräischen Schrift wird Israel sehr oft im Singular benannt und auch der Wechsel vom Singular zum Plural ist in der hebräischen Sprache nichts Ungewöhnliches.

Jesaja 43,10: Ihr seid meine Zeugen, spricht Jahweh, und mein Knecht, den ich erwählt habe…                                                                                                                                 Hosea 11,1-2: Als Israel jung war, liebte ich ihn, und aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Aber sobald man sie rief, wandten sie sich vom Angesicht der Rufenden ab.

Genau solch einen Wechsel vom Singular zum Plural wie bei den Versen oben findet auch in Jesaja 53 Vers 8 statt.

9. (christliche  Übersetzung) Bei Gottlosen sollte er liegen im Tod, doch ins Steingrab eines Reichen kam er, weil er kein Unrecht  beging und kein unwahres Wort aus seinem Mund kam.

Bestätigt wird diese Aussage im Neuen Testament.                                                            Lukas 23,50-51: Und siehe, ein Mann namens Joseph aus Arimathia, einer Stadt der Juden, der ein Ratsherr war, ein guter und gerechter Mann,der ihrem (der bösen Juden) Rat und Tun nicht zugestimmt hatte, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete. Matthäus 27, 57: Als es Abend wurde, kam Josef, ein reicher Mann aus Arimathäa, der auch ein Jünger von Jesus war.                                                                                            In der christlichen Version von Jesaja 53,9 sollte der Knecht bei einem Gottlosen begraben werden, wurde aber dann bei einem Reichen begraben. Hier steht also der Gottlose im Gegensatz zum Reichen da. Laut dem N.T. wurde Jesus bei einem reichen und gerechten Jünger begraben.                                                                                       Das Problem ist nur, dass in der hebräischen Version der Gottlose nicht im Gegensatz zum Reichen steht, sondern die gleiche Person darstellt. Der Gottlose ist durch Ungerechtigkeit zum Reichtum gekommen. (Ein Bild für etwas Schlechtes, Böses)      Jesaja 53,9 (jüdische Übers.): Bei einem Übeltäter gab man sein Grab, bei einem der reich an seinen Todsünden ist, obwohl er keine Gewalt übte und kein Trug in seinem Mund war. (Redner: die Nationen)                                                                                                                                              Die Nationen, die Israel besonders im Exil bedrückten, werden als Übeltäter beschrieben. Somit war Israel den „bösen“ Völkern im Exil ausgesetzt und wurde dort „begraben“. Die Umschreibungen „keine Gewalt übte“ und „kein Trug in seinem Mund war“ bezeichnen nicht die Sündlosigkeit eines Menschen. Mit diesen Worten wird verdeutlicht, dass Israel von Jahweh wieder als gerecht befunden wird (vgl. Zefanja 3:10-20)

10. Doch es gefiel Jahweh ihn mit Krankheit zu schlagen, zu sehen, ob er sich als Schuldopfer präsentieren würde. Wenn er das tut, wird er seine Nachkommen sehen, und er wird seine Tage verlängern, Und was dem Jahweh gefällt, wird durch seine Hand gelingen. (Redner: Der Prophet Jesaja)

Hier spielt  der Prophet Jesaja auf den Bund zwischen Jahweh und Israel an. In diesem Bund (Vertrag) ist Israel eine Verplichtung eingegangen. Bei Nichteinhaltung muss das Volk die Konsequenzen ertragen.                                                                                 5.Mose 30,19-20: Ich rufe heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf: Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen, indem du Jahweh, deinen MÄCHTIGEN, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst! Denn das ist dein Leben und die Dauer deiner Tage, dass du in dem Land wohnst, das Jahweh deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat, ihnen zu geben.

11. Nach seiner Seele Pein tränkt er sich satt. Durch seine Erkenntnis, macht mein Knecht, der Gerechte viele rechtschaffen, in dem er ihre Verfehlungen selber trug. (Redner: Jahweh)

In diesem Vers weist Jahweh selbst darauf hin, dass die Nationen seine gesunde und gute Lehre durch Israel erkennen werden. Israel wurde ja für einen bestimmten Zweck von Jahweh auserwählt.                                                                                                              2.Mose 19:5-6 Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir, ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein! Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.                                                                                                                              Jesaja 60:3 Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen, und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht.                                                                                                     Sacharja 8:13 Und es soll geschehen, wie ihr ein Fluch gewesen seid unter den Heidenvölkern, o Haus Juda und Haus Israel, so will ich euch erretten, daß ihr ein Segen werden sollt. Fürchtet euch nur nicht, sondern stärkt eure Hände!                                Vers 23: So spricht der Herr der Heerscharen: In jenen Tagen wird es geschehen, daß zehn Männer aus allen Sprachen der Heidenvölker einen Juden beim Tzitzit festhalten und zu ihm sagen werden: »Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, daß Gott mit euch ist!                                                                                           Jesaja 2:2 Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses Jahwehs festgegründet stehen an der Spitze der Berge, und er wird erhaben sein über alle Höhen, und alle Heiden werden zu ihm strömen.

Die Bezeichnung „gerecht“ wird im Christentum oft fehlinterpretiert. „Gerecht“ bedeutet in der hebräischen Denkweise nicht „sündlos/ schuldlos“ zu sein, was ja kein Mensch von sich behaupten kann. Wenn ein Mensch sich entscheidet Jahwehs Lehre in sein Leben zu integrieren, ist er ein Gerechter. Er wird nach jedem Fehltritt (Ungerechtigkeit, Sünde) umkehren (Reue, Wiedergutmachung) auf den Weg der Gerechtigkeit (Jahwehs Willen).                                                                                                                                                                                12. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil unter den Großen und mit den Mächtigen teilt er die Beute, weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher rechnen ließ, wo er doch die Sünden vieler trug und hat sich für ihre Verbrechen treffen lassen (Redner: Jahweh)

Die Worte „die Sünden vieler trug“ beschreiben die Zeit Israels im Exil, wie es den Völkern ausgesetzt war. Es hat nichts mit „Sündenvergebung“ zu tun. Mit „die Verbrecher“ sind die Besatzer gemeint, die Israel gewaltsam knechteten.

Hesekiel 39:10 Man wird kein Holz mehr vom Feld holen und keines in den Wäldern hauen; sondern man wird die Waffen als Brennstoff benützen. Sie werden diejenigen berauben, die sie beraubt haben, und diejenigen plündern, die sie geplündert haben, spricht der MÄCHTIGE Jahweh.

Genauer betrachtet handelt dieser poetische Text weder von einem                     König, einem Messias noch von einem Menschenopfer.

Dieser Text handelt von der Beziehung zwischen dem Schöpfer und dem Volk Israel.  Es geht um die Liebe und Gnade Jahwehs zu Israel.                                                          Somit behandelt Jesaja ein Thema, das sich durch die ganzen hebräischen Schriften durchzieht. Die Fehlinterpretationen entstehen, weil man nicht bedenkt, dass es sich um  eine poetische Sprache handelt, die nicht mit einem Sachbuch zu vergleichen ist. Gerade die Prophetenbücher sind durchzogen von lyrischer Poesie, die mit Metaphern, Personifikationen und anderen Techniken ausgeschmückt sind.

Jeremia 46,27-28: Du aber, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, erschrick nicht! Denn siehe, ich rette dich aus einem fernen Land und deine Nachkommen aus dem Land ihrer Gefangenschaft; und Jakob wird heimkehren, ruhig und sicher wohnen, und niemand wird ihn aufschrecken. Fürchte du dich nicht, mein Knecht Jakob, spricht Jahweh; denn ich bin mit dir; denn ich will allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, ein Ende machen; dir aber werde ich nicht ein Ende machen, sondern dich nach dem Recht züchtigen; doch ganz ungestraft kann ich dich nicht lassen.

Micha 7,15-19: Ich will sie Wunder sehen lassen, wie zu der Zeit, als du aus dem Land Ägypten zogst! Die Heidenvölker werden es sehen und zuschanden werden trotz aller ihrer Macht; sie werden ihre Hand auf den Mund legen, und ihre Ohren werden taub sein.Sie werden Staub lecken wie die Schlange, wie die Kriechtiere der Erde; sie werden zitternd aus ihren Festungen hervorkriechen; angstvoll werden sie zu Jahweh, unserem MÄCHTIGEN, nahen und sich fürchten vor dir. Wer ist so mächtig wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erläßt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat?

Die Idee, dass Jesus den Knecht aus Jesaja 53 darstellen soll, ist aus dem Kapitel 53 nicht zu entnehmen, dagegen wird das Volk Israel in Jesaja eindeutig als Knecht benannt.

Jesaja 49,3:  Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche.

 

 

1. Mose 19,24 – ein Beweis für zwei Jahwehs?

In diesem Artikel wollen wir den Bibelvers aus 1. Mose 19,24 genauer betrachten, um ein besseres Verständniss zu erlangen!

Wie in vielen anderen von mir aufgezeigten Stellen, führt auch hier eine geringe Auseinandersetzung mit der antiken Sprachkultur, Denkweise und dem Kontext des Schriftauszuges zu einer Fehlinterpretation und einem falschen Verständis.

Schauen wir uns mal einige Übersetzungen von 1.Mose 19,24 an.

Schlachter Bibel:  Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra, vom Herrn, vom Himmel herab.

Elberfelder: Da ließ der HERR auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen von dem HERRN aus dem Himmel.

Einheitsübersetzung: ließ der Herr auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn, vom Himmel herab.

Diese drei Übersetzungen könnten einen verstehen lassen, dass ein Jahweh oben im Himmel ist und ein anderer Jahweh unten auf der Erde agiert. Aber in keiner dieser drei Übersetzungen ist direkt davon zu lesen, dass ein Jahweh unten ist!

Insbesondere Leser aus der christlichen Welt denken sich beim Lesen des Verses, das Wort „unten“ automatisch in den Vers hinein. Zumindest ist es das, was ich oft zu hören bekommen habe.

וַיהוָה, הִמְטִיר עַל-סְדֹם וְעַל-עֲמֹרָה–גָּפְרִית וָאֵשׁ:  מֵאֵת יְהוָה, מִן-הַשָּׁמָיִם.

Liest man den Vers im hebräischen Original, bemerkt man, dass der Name Jahweh zweimal vorkommt. Die oben aufgeführten drei Übersetzungen entschieden sich für eine wörtliche Übersetzung, die das sinngemäße Verständnis nicht berücksichtigen.

Im Deutschen finden sich jedoch auch andere Übersetzungen, die genauer auf den Sinn und Hintergrund eingehen:

Luther: Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen vom Himmel herab auf Sodom und Gomorra.

Neue evangelische Übersätzung: Da ließ Jahwe Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorra regnen. Es kam von ihm, vom Himmel herab.

Neues Leben: Da ließ der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra regnen.

Gute Nachricht: Da ließ der Herr Schwefel und Feuer vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabfallen.

Hoffnung für alle: Da ließ der Herr Feuer und Schwefel vom Himmel auf Sodom und Gomorra herabfallen.

Denn hier handelt es sich um ein hebräisches/orientalisches Sprachmittel, das in der jüdischen Bibel sehr oft zu finden ist. Im folgenden möchte ich einige Beispiele aufführen:

1. Beispiel 1.Könige 8,1

Schlachter: Damals versammelte Salomo die Ältesten von Israel und alle Häupter der Stämme, die Fürsten der Vaterhäuser der Kinder Israels, zum König Salomo nach Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn hinaufzubringen aus der Stadt Davids, das ist Zion.

Wie kann da sein? Beauftragte ein Salomo den anderen Salomo, die Fürsten nach Jerusalem zu schicken?

Luther: Da versammelte der König Salomo zu sich die Ältesten in Israel, alle Häupter der Stämme und Obersten der Sippen in Israel nach Jerusalem, um die Lade des Bundes des HERRN heraufzubringen aus der Stadt Davids, das ist Zion.

2. Beispiel Hesekiel 11,24

Luther: Und der Geist hob mich empor und brachte mich nach Chaldäa zu den Weggeführten in einem Gesicht durch den Geist Gottes. Und das Gesicht, das ich geschaut hatte, verschwand vor mir.

Haben wir es hier etwa mit zwei Geistern zu tun?

Neue evang. Übersetzung: Mich aber nahm der Geist Gottes und brachte mich zu den Verbannten nach Babylonien zurück. Dann verschwand die Vision.

2.Beispiel 2. Mose 24,1

Elberfelder: Und der HERR sprach zu Mose: Steig zum HERRN herauf, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und betet an von ferne!

Befiehlt der eine HERR Mose zum anderen HERRN zu gehen?

Neue evangelische Übersetzung: Jahwe hatte zu Mose gesagt: „Steig zu mir herauf und nimm Aaron, Nadab, Abihu und siebzig von den Ältesten Israels mit. Werft euch in gebührender Entfernung vor mir nieder.

3.Beispiel Hosea 1,6

Schlachter: Dagegen will ich mich über das Haus Juda erbarmen und sie retten durch den Herrn, ihren Gott; doch nicht durch Bogen, Schwert und Kampf will ich sie retten, nicht durch Rosse noch Reiter.

Will hier etwa der eine Herr das Volk durch einen anderen Herrn retten?

Neue evangelische Übersetzung: Doch mit den Leuten von Juda will ich Mitleid haben. Ich werde sie retten, denn ich bin Jahwe, ihr Gott. Aber ich tue es nicht durch Bogen, Schwert und Kampf, nicht durch Pferde und Reiter.

4.Beispiel Sacharja 10,12

Schlachter: Und ich will sie stark machen in dem Herrn, und sie werden wandeln in seinem Namen, spricht der Herr.

Will hier etwa der eine Herr durch einen anderen Herrn stark machen?

Gute Nachricht: Durch mich, den Herrn, wird mein Volk stark sein; es wird im Vertrauen auf mich und nach meinen Weisungen leben und bestehen. Das sage ich, der Herr.

Ich kann immer nur wiederholen, dass es wichtig ist, die Hindergründe und sprachlichen Besonderheiten der hebräischen Sprache mitzubeachten. Man sollte sich nicht auf eine Übersetzung verlassen, sondern immer wieder mit anderen vergleichen, um dem Sinn des Textes so nah wie möglich zu kommen.

Das Wunder: die Jungfrauengeburt?

Matthäus 1, 22-23: Dies alles aber ist geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten geredet hat, der spricht: »Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären; und man wird ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: »El (der Mächtige) mit uns«

Jeschajahu (Jesaja) 7,14: Darum wird euch JAHWEH selbst ein Zeichen geben: Siehe, die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.

Diese Verse werden von Christen dazu benutzt, um zu beweisen, dass Jesus Zeugung einzigartig war- ohne den Samen eines Mannes, sondern durch den „Heiligen Geist“. Deshalb soll Maria eine Jungfrau geblieben sein.

Diese Aussage ist auch das „Fundament“ des christlichen Glaubens, denn sonst könnte Jesus kein Gott und kein vollkommenes Sündopfer sein und würde auf der Stufe eines gewöhnlichen Menschen stehen.

Um ein besseres Verständnis der relevanten Stellen aus dem Tenach (Alten Testament) zu bekommen, müssen wir diese erst einmal mit dem hebräischen Hintergrund lesen.

Bei genauer Betrachtung zeigt uns der Kontext in Jesajah 7 dass es sich nicht um eine Prophezeiung über Jesus handeln kann.

Zusammenfassung Verse 1-8
Wie man sieht, haben sich die Könige von Syrien und Efraim verbündet, um gegen Jehuda Krieg zu führen und König Ahas zu stürzen. Die Prophezeiung von JAHWEH durch Jeschajahu (Jesaja) war, dass der Plan von Syrien und Efraim nicht gelingen würde und dass sie selbst einen Rückschlag erleiden würden. Efraim soll zerschlagen und innerhalb von 65 Jahren „nicht mein Volk“ (= lo am) genannt werden.

Zusammenfassung Verse 9-12
JAHWEH sagt Ahas, dass er ihn um ein Zeichen bitten soll, Ahas lehnt ab, was folgt ist die Antwort JAHWEHs durch Jeschajahu.

Zusammenfassung Verse 13-17
Das Zeichen ist NICHT, dass eine „Jungfrau ein Kind ohne den Samen eines Mannes gebären wird“, sondern dass

ehe das Kind Immanuel gut von böse unterscheiden kann, das Land, vor dessen beiden Königen Ahas Angst hat, verlassen sein wird.

Der Junge dient also als eine „Uhr“, damit das Haus Jehuda erkennen soll, wann sich das Wort JAHWEHS erfüllen wird!

Jesaja 7,17: Jahweh aber wird über dich, über dein Volk und über das Haus deines Vaters Tage bringen, wie sie niemals gekommen sind, seitdem Ephraim von Juda abgefallen ist — nämlich den König von Assyrien.

Die Erfüllung des oben genannten Verses sehen wir in 2. Könige 16,5-9:

Damals zogen Rezin, der König von Aram, und Pekach, der Sohn Remaljas, der König von Jisrael, zum Kampf herauf gegen Jerusalem und belagerten Ahas, konnten [die Stadt] aber nicht erstürmen. Zu jener Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Aram; denn er vertrieb die Juden aus Elat; und die Aramäer kamen nach Elat und ließen sich darin nieder bis zu diesem Tag. Ahas aber sandte Boten zu Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn; komm herauf und errette mich aus der Hand des Königs von Aram und aus der Hand des Königs von Jisrael, die sich gegen mich aufgemacht haben!Und Ahas nahm das Silber und das Gold, das sich im Haus JAHWEHs und in den Schätzen des königlichen Hauses vorfand, und sandte es dem König von Assyrien als Geschenk. Und der König von Assyrien hörte auf ihn. Und der König von Assyrien zog herauf nach Damaskus und nahm es ein und führte die Leute gefangen nach Kir und tötete Rezin.

Ebenso zeigt die Stelle in 2.Könige 15,30, dass die Geschichte von Jesaja 7,14 sich in dieser Zeit abgespielt und erfüllt hat:

2.Könige 15,30: Und Hosea, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen Pekach, den Sohn Remaljas, und schlug ihn tot. Und er wurde König an seiner Stelle im zwanzigsten Jahr Jotams, des Sohnes Ussijas.

Jesaja 8, 1-4: Und Jahweh sprach zu mir: Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlicher Schrift: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub!« Und ich will mir glaubwürdige Zeugen bestellen, Urija, den Priester, und Sacharja, den Sohn Jeberechjas! — und ich nahte mich der Prophetin, und sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Da sprach Jahweh zu mir: Nenne ihn: »Bald kommt Plünderung, rasch Raub«! Denn ehe der Knabe wird sagen können: »Mein Vater« und »Meine Mutter«, wird der Reichtum von Damaskus und die Beute Samarias vor dem König von Assyrien hergetragen werden.
Jesaja 7,3: Jahweh aber sprach zu Jesaja: Geh doch hinaus, dem Ahas entgegen, du und dein Sohn Schear-Jaschub […].
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Namen der Kinder Jesajas eine wichtige Bedeutung für das damalige Geschehen haben. Ein Sohn heißt Schear-Jaschub, was „ein Überrest wird umkehren bedeutet“. Der zweite Sohn sollte Maher-Schalal-Hasch-Baz genannt werden, was „Bald kommt Plünderung, rasch Raub“ bedeutet.
Der Name des Kindes, das nach Jesaja 7,14 geboren wird, soll Immanuel sein, was bedeutet „Der Mächtige ist mit uns“.
Jahweh hat in diesen drei Namen den Ablauf der Geschichte Jisraels beschrieben und somit sagt der Prophet Jesaja auch sehr treffend:
Jesaja 8,18: Siehe, ich und die Kinder, die mir Jahweh gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Jisrael vom Mächtigen der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.
Jetzt betrachten wir Vers 14 etwas genauer.

Das Wort „ha almah“ bedeutet „die (heiratsfähige) junge Frau“. Es ist aber richtig, dass es auch manchmal für „Jungfrau“ benutzt wird. Aus dem einfachen Grund, weil eine Jungfrau zu biblischen Zeiten auch gleichzeitig eine junge Frau und im heiratsfähigen Alter war.

Fälschlicherweise sagen Menschen oft, dass das in Jesaja beschriebene Zeichen ein Wunder sein muss. Da jedoch die Geburt eines Kindes durch eine junge Frau kein Wunder ist, muss es nach christlicher Auslegung eine Jungfrauengeburt sein.

Betrachten wir mal das Wort, das im Hebräischen für „Zeichen“ steht:

1.Mose 1,14: Und Elohim sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein, zur Unterscheidung von Tag und Nacht, die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre.

Hier wird dasselbe hebräische Wort „ot“ für Zeichen benutzt wie in Jesaja- es bedeutet „Kennzeichnung“, „Markierung“, also ein sichtbares Zeichen, das zur Orientierung dient.
Um den biblischen Anfang des Jahres und des Monats zu bestimmen, muss man den Mond und die Gerste beobachten. Auch die Seeleute haben früher bei Nacht die Sterne als Zeichen genutzt, um den Kurs anzugeben.
Das Hebräische Wort „hinneh“ bedeutet „schau hin!“, „siehe“, so als wenn man mit dem Finger auf etwas zeigt und sagt „siehe da!“.

Jeschajahu zeigt auf die Frau und sagt: „Siehe, diese junge Frau ist schwanger“ und dann kommt das eigentliche Zeichen (ot).

Der Knabe, der von der schwangeren jungen Frau geboren werden soll, hat hier die Funktion einer Uhr, die anzeigen soll, wann die zwei feindlichen Könige keine Gefahr mehr sein werden. Die „Uhrzeit“ ist, wenn er das Alter erreicht, in dem er Gut und Böse unterscheiden kann, also wenn er ein Teenager (ungefähr 12/13 Jahre alt) ist.

Wer eine עלמה [alma], also eine jüdische junge Frau, die schon schwanger ist (Futur II) und bald gebären wird (Futur I), als eine בתולה [batula] Jungfrau darzustellen versucht, hat keine Kenntnis von der hebräischen Grammatik (Dikduk), wie ein jüdischer Schriftgelehrter treffend formuliert.

Also:

  • Die hebräische Sprache und der Kontext zeigen ganz deutlich, dass es sich hier NICHT um eine Prophezeiung über Jesus Zeugung und Geburt handeln kann.
  • Die Prophezeiung galt für die Zeit, in der Ahas der König von Juda war.
  • Die angebliche Prophezeiung in Matthäus und Lukas ist somit nicht mit dem Tenach zu bestätigen.

Nebenbei bemerkt ist es im Heidentum Gang und Gäbe, dass ein Gott von einer Jungfrau geboren wird. Beispielsweise Buddha, Zarathustra, Hephaistos, Platon, Alexander, der Große und der Sonnengott Mithras.

Es gilt nun zu unterscheiden, was von Jahweh gegeben wurde oder was seine Ursprünge an anderen Stellen hat.